2006 habe ich angefangen, mit dem Werkstoff Giessharz zu arbeiten. Da hatte ich bereits erste Versuche mit selbst entworfener Kleidung hinter mir und ein Studium der visuellen Kommunikation in der Tasche. Gut zeichnen kann ich nicht, aber jedwede Art von Bild oder bildlicher Darstellung hat mich schon immer gefesselt.

Das Harz kam ganz spontan dazu. Eigentlich suchte ich "nur" nach einer technischen Möglichkeit, (natürlich für ein Kunstprojekt, was sonst?) Staubmäuse zu konservieren. Und da kam der Giessharz gerade recht. Und hat mich seitdem durch viele unterschiedliche Projekte begleitet.

Schnell habe ich die klasische Objekteinbettung hinter mir gelassen, um die Disziplinen Fotografie und Harz miteinander zu verbinden. Meine Giessharz-Bildobjekte wurden dann immer größer und schwerer und irgendwann nicht mehr handelbar, und so habe ich als Ersatz Schmuck aus Giessharz ausprobiert. Weil der klein ist und man zum Arbeiten nicht viel Platz braucht.

Die geheimen Quellen_19, 24 x 24 cm, Papier, Harz, Taschentuch, Holz, 2007

Die geheimen Quellen_19, 24 x 24 cm, Papier, Harz, Taschentuch, Holz, 2007

Die geheimen Quellen 16, 22 x 36 x 4 cm, Papier, Harz, Edelstahl, Holz, 2007

Die geheimen Quellen 16, 22 x 36 x 4 cm, Papier, Harz, Edelstahl, Holz, 2007

Die geheimen Quellen 9, 23 x 35 x 2 cm, Papier, Harz, Alumium geflext

Die geheimen Quellen 9, 23 x 35 x 2 cm, Papier, Harz, Alumium geflext

Der geflüsterte Raum, 150 x 85 x 4 cm, Papier, Harz, Alu-Dibond auf MDF-Unterkonstruktion, 2006

Der geflüsterte Raum, 150 x 85 x 4 cm, Papier, Harz, Alu-Dibond auf MDF-Unterkonstruktion, 2006

Was waren die ersten Gußstücke für Klunker, völlig überdimensioniert und auch eigentlich nicht besonders hübsch. Aber es hat Spaß gemacht. Und der Moment, wenn ein fertiger Gießling aus der Form geschnickt wird, ist sowieso wie Geburtstag und Weihnachten zusammen.

Dann habe ich viel an Einbettungen geübt - weniger technisch, sondern gestalterisch. Weiter gings mit Silberschmiedekursen und eigene Designansätzen, die dann wiederum nur mit Silikon-Formenbau realisiert werden konnten.

Irgendwann gab es einen toten Punkt, an dem ich nicht weiterkam. Da habe ich dann als Ausgleich mit textilem Upcycling angefangen, Schals und Schlüsselbänder, mit Kimonoseide, alten Krawatten und Vintage-Funktionstextilien. Das Ganze wurde noch mit Siebdruck, Schablonen und Stempeln mit Motiven und eigenen Texten versehen.

Je ne sais quoi, 35 x 195 cm, Kimonoseide, Krawattenseide, bedruckt, 2012

Je ne sais quoi, 35 x 195 cm, Kimonoseide, Krawattenseide, bedruckt, 2012

Schwalben und Kolibris, 22 x 190 cm, Baumwolle, Seide, Krawattenseide, Leder, bedruckt, 2013

Schwalben und Kolibris, 22 x 190 cm, Baumwolle, Seide, Krawattenseide, Leder, bedruckt, 2013

Wenn man schon in jeder Ecke eine Bastelbaustelle hat, dann macht man - genau - am Besten noch eine Weitere auf. Im Rahmen meiner internetgestützten Schmuck-Recherchen, immer auf der Suche nach einzigartigen Dingen aus Giessharz, die auf der anderen Seite des Erdballs in völliger Selbstverständlichkeit hergestellt werden, bin ich über eine Abbildung eines Ringes gestoßen. Der schien aus Holz zu sein (woher kam die rote Schicht in der Maserung?) war aber tatsächlich aus ofenhärtender Modelliermasse. Ich war völlig fasziniert. Wenn man so einen grandiosen Ring aus Knete herstellen konnte, war damit ja noch mächtig viel mehr möglich. Das Tolle ist: oft erkennt man nicht, wenn es sich um Schmuck aus Modelliermasse handelt. Und da fängt es für mich an, richtig spannend zu werden.

Erst mit der Modelliermasse kam auch die Idee, komplexe Ketten zu montieren. Und der Gedanke, Giessharz und Modelliermasse miteinder zu kombinieren. Um mich nicht völlig zu verfransen, habe ich mir selbst einen Nähstopp verordnet. Im Zuge fortwährende Näherei ist mein Kleiderschrank nämlich völlig aus den Nähten geplatzt.

Dreimal Ednas Upcycling aus abgelegten Einzelteilen.

Dreimal Ednas Upcycling aus abgelegten Einzelteilen.

Alles was Du tust, tut auch etwas mit Dir.

Auch wenn ich immer zu praktisch veranlagt war für Modeschnickschnack, hat mich die Vernarrtheit in die Schmuckherstellung am Ende doch zu einer Fashionista gemacht. Da entwickelte ich die Fähigkeit, auffälligen Schmuck zu machen, und trage selber überhaupt keinen. Das ist doch bizarr!!!! Irgendwann möchte man seine handgefertigten Erzeugnisse auch präsentieren, und da blieb mir dann nichts anderes übrig, als mich selbst zu inszenieren. Das Nähen hat sozusagen durch die Hintertür gesorgt, dass aus mir "Edna Mo" wurde. Also aufgepasst, Kreativas, womit ihr eure Zeit verbringt!

Tag(s) : #Was Edna denkt ...

Diesen Post teilen