Das werte ich als gutes Zeichen: am Wochenende hab ich mich doch schnell ins Atelier geschlichen, um ein paar Schichten zu gießen. Und auch wenn ich den Eindruck erwecke, ich tue nichts, tue ich natürlich doch was. Und vergesse dann, dass Tätigkeiten außer Schmucken auch ein Foto und einen Post Wert sind. Hier zum Beispiel neueste Ergebnisse vom Upcycling-Projekt, diesmal Oberteile.

Habe ich schon erwähnt, dass ich das Sozialkaufhaus abgöttisch verehre? In reguläre Klamottenläden gehe ich ja schon gar nicht mehr. Das waren das noch selige Zeiten, als ich gefrustet vom Alltag, hemmungslos shoppen, zwei Stunden Stoffe durch die Finger und an meinem Körper gleiten lassen und herrlich schön abschalten konnte. Nach zwei folgenschweren Erkenntnissen (a) meine Figur ist zu menschlich für die kleidertechnische Massenabfertigung und (b) das Zeug ist echt lahm hoch drei reizt mich absolut nichts mehr an lieblos zusammengenadelten Fetzen. Passé! Dafür kann ich großartig im Sozialkaufhaus schnöfen. Garantiert gibt’s zwischen all den räudigen Sachen auch immer ein echtes Schätzchen zu finden. Geld kostet das kaum mehr, aber ein bißchen Arbeit steckt dann für mich noch drin.

Hier kommen also tatsächlich mal echte Vorschläge zum nachnähen. Ich wollte unbedingt mit Krawattenseide über ein bedrucktes T-Shirt patchen. Krawattenseide habe ich ungefähr einen Kubikmeter, fehlte nur das T-Shirt. Für einen Euro habe ich dann das schnuckelige T-Shirt mit dem Eichhörnchenaufdruck gefunden, sogar aus Viskose. Die Flicken sind einfach unversäubert aufgenäht. Und da Seide bekanntlich furchtbar färbt, wird das T-Shirt im Zuge der nächsten Handwaschungen neben ein paar Fransen auch noch ein paar Schattierungen bekommen.

Das hat richtig Laune gemacht und war (verglichen mit Schmuckverhältnissen) schnell gemacht. Da habe ich direkt noch zwei weitere Leichen wiederbelebt. Was tun mit einem viel zu großen, völlig doof geschnittenen T-Shirt? Mit ein paar flotten, nach außen gefalteten Abnähern habe ich das Hemdelein auf Figur gebracht und außerdem eine schöne skurrile Optik erzeugt.

Und das einsame Herrenhemd ohne Ärmel habe ich dann ebenfalls mit Flicken verziert, diesmal allerdings aus Jeans, um einen ironischen Bruch zwischen „business“ und „work“ zu erzeugen. Wie meine liebe Mama (im Bezug auf ihre selbstgekochten Kreationen) immer gesagt hat „Im Laden hättste das gar nicht bezahlen können“, und wie Recht sie hat!

Lahme Oberteile wieder flott gemacht!
Lahme Oberteile wieder flott gemacht!

Lahme Oberteile wieder flott gemacht!

Tag(s) : #Upcycling

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