WePAM: Einbettung in Harz

Hier noch ein Nachklapp zum Materialtest WePAM, der geschmeidigen, französischen Modelliermasse, deren Erforschung meinen September verschönert hat.

Wer wie ich gerne crossmedial Dinge durcheinandermischt, wird sicherlich auch auf das Phänomen gestoßen sein, dass sich ausgehärtetes Fimo als Einbettung im Harz überhaupt nicht eignet.

Wie man überhaupt auf den Gedanken kommen kann, etwas zu modellieren, um es dann in Harz einzubetten? Nun, eine Einbettung ist meist ein kleinteiliges, kompliziertes Element, zu der einem (fast immer) entscheidende Teile fehlen. Man schiebt kleine Perlchen und Metallteilchen millimeterweise mit dem Zahnstocher herum und denkt sich: Hier müsste dringen eine rote zylindrische Form hin. Nun, meistens hat man genau das nicht im zwei Kubikmeter umfassenden Perlenkoffer. Also modelliert man, was man braucht, backt es und freut sich, dass der Entwurf am Ende doch noch einen guten Abschluss gefunden hat.

Aber die Freude ist nur von kurzer Dauer, genauer gesagt, so zwischen zwei und vier Wochen. Dann findet nämlich eine Reaktion auf atomarer Ebene statt, zumindest stelle ich mir das so vor. Die Fimo-Teile werden nämlich zunehmend von einer silbrigen (Luft-) Schicht überzogen, die zwar schön glänzt, aber den Farbeffekt des Fimo völlig aufhebt.

Es ist nun nicht ungewöhnlich, dass noch lange nach der eigentlichen Aushärtung des Harzes noch merkwürdige Dinge „da drin“ passieren. Bestimmte Glasperlen werden ebenfalls silbrig und je nach Legierung laufen Metallteile z.B. kupferfarben an und verändern ihr Aussehen. Beim Fimo geht nun dummerweise jede Farbe verloren, und das ist in der Regel ein herber Schlag für jedes schöne Ornament, das man mühevoll zusammengeschoben hat.

Insofern war es für mich selbstverständlich, dieses Experiment auch mit WePAM zu machen. Also wurden ausgehärtete WePAM-Teile in Harz eingebettet, um zu überprüfen, ob dort auch eine Reaktion stattfindet. Um den Atomen auch genügend zeitlichen Spielraum zu geben, habe ich zwei Teststücke gemacht und vier Wochen beiseite gelegt. Das Ergebnis: WePAM eignet sich hervorragend zur Einbettung im Harz. Ich konnte keine Oberflächenveränderung feststellen.

Um weitere Eigenschaften zu überprüfen, habe ich die Oberflächen der Giesslinge angeschliffen, so dass die WePAM-Elemente (stellenweise) offen gelegt wurden. Mich hat interessiert, wie sich die verschiedenen Oberflächen beim gemeinsamen Schleifen verhalten.

Hierzu das Ergebnis: das WePAM ist weicher als das Harz und wird daher beim Schleifen stärker abgetragen. Es entsteht der Eindruck, dass die WePAM-Elemente räumlich etwas tiefer liegen und sich in das umgebende Harz „zurückziehen“.

Über das erste Resultat bin ich sehr froh. WePAM lässt sich mit Pigmenten einfärben, so dass man jedwedes Element, das einem vorschwebt, selber herstellen und einbetten kann. Also wieder einen Schritt in die Freiheit künstlerischer Entfaltung gemacht.

Das zweite Resultat ist eine neutrale Erkenntnis, ich weiß noch nicht genau, was ich damit anfangen werde. Grundsätzlich wird das Schleifverhalten von WePAM durch umgebendes Harz positiv beeinflusst: man kann das Werkstück besser packen.

Wenn man den „versunkenen“ Effekt nicht mag, kann man mit dem Überzugsgel wieder eine einheitliche und vor allem hochglänzende Oberfläche erzielen.

Farbige WePAM-Perlen in weißem Harz. Von oben betrachtet wirken die Farbkleckse am Rand etwas unscharf (optische Farbmischung). Spannend!
Farbige WePAM-Perlen in weißem Harz. Von oben betrachtet wirken die Farbkleckse am Rand etwas unscharf (optische Farbmischung). Spannend!

Farbige WePAM-Perlen in weißem Harz. Von oben betrachtet wirken die Farbkleckse am Rand etwas unscharf (optische Farbmischung). Spannend!

Ein modelliertes "Korallen"-Element im Harz. Farblich unverändert. Die WePAM-Stellen sind etwas matter als das Harz.
Ein modelliertes "Korallen"-Element im Harz. Farblich unverändert. Die WePAM-Stellen sind etwas matter als das Harz.
Ein modelliertes "Korallen"-Element im Harz. Farblich unverändert. Die WePAM-Stellen sind etwas matter als das Harz.

Ein modelliertes "Korallen"-Element im Harz. Farblich unverändert. Die WePAM-Stellen sind etwas matter als das Harz.

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