Das Schaffenswerk einer Harzkünstlerin ist durchaus auch von Misserfolgen geprägt.

Wenn man trotzdem aus Kruscht etwas zaubert, war das eigentlich gar kein Misserfolg, sondern nur eine Durststrecke auf dem Weg zu Ruhm und Ehre. Wer sich also gerade durch eine Durststrecke quält, soll durch diesen Blogpost Mut und Durchhaltevermögen finden.

Es geht um misslungene Armreifen. Die, die die geneigte Harzkünstlerin in Phasen kreativen Schaffens in größeren Stückzahlen produziert und erst dann merkt, dass die Silikonform Fehler hat, oder das Material doof ist oder das Muster nicht wie gewünscht ausgefallen ist.

Aus missratenen oder auch gesprungene Armreifen (ja, bei Polyesterglas-Giessharz hat man keine ausgeprägte Bruchfestigkeit) kann man allerdings ruck-zuck Schalen machen. Also einen Funktionswechsel herbeiführen und das missratene Ding wieder in Benutzung nehmen.

Ich weiß nicht, wie euch das geht. Aber Schalen kann man nie genug haben, und makellose Oberflächen sind mir bei Schalen eher zweitrangig. Bei Schmuck bin ich deutlich pingeliger.

So sieht ein Harz-Armreif aus, nachdem er zu einer Schale umfunktioniert wurde.

So sieht ein Harz-Armreif aus, nachdem er zu einer Schale umfunktioniert wurde.

Und das Allerbeste ist: das Umbauen ist ziemlich einfach und geht ohne größere Hilfsmittel vonstatten.

Denn (und jetzt kommt wieder eines der tollen Features von Giessharz): Harz verbindet sich immer mit Harz, ganz egal, wieviel Zeit zwischen den einzelnen Güssen vergangen ist.

Schritt 1:

Unterseite der Schale festlegen und diesen Rand des Armreifens auf einem Bogen groben Schleifpapiers plan schleifen. Der geschliffene Rand sollte wenigstens 2 mm breit sein.

Schritt 2:

Der Boden einer Tupperschüssel in geeigneter Größe wird mit Doppelklebeband ausgelegt. Der Armreifen wird mit der geschliffenen Seite auf dem Tape fixiert.

Testweises Auflegen des Armreifs: das Klebeband sollte rundherum überstehen.

Testweises Auflegen des Armreifs: das Klebeband sollte rundherum überstehen.

Der Armreif ist in einem (Notfall)-Behälter mit Klebeband fixiert.

Der Armreif ist in einem (Notfall)-Behälter mit Klebeband fixiert.

Schritt 3:

Man mische Giessharz in einer Farbe seiner Wahl und gieße die Bodenfläche im Armreif ca. 2 mm hoch auf.

Kuckt man von oben in den Armreif, sieht das so aus:

DIY: Harz-Amreif-Makeover

Toll: wegen des aufliegendes Randes kann das Harz nicht davonfließen und bildet im Armreif einen Boden. Für den Fall, dass man nicht ausreichend eben geschliffen hat, verhindert das Gefäß ein Malheur.

Daher gehört dieses Makeover eindeutig in die Konzeptreihe "Gießen ohne Gießform".

Schritt 4:

Nach dem Aushärten löst man den Armreif einfach vom Klebeband ab und hat statt des Armreifs - eine Schale.

Von unten sieht man den hellgrauen (geschliffenen Rand) des ursprünglichen Armreifs und den nachträglich ergänzten Boden der Schale.

Der Boden des ehemaligen vormals-Armreifs-jetzt-Schale-Gefäß von unten.

Der Boden des ehemaligen vormals-Armreifs-jetzt-Schale-Gefäß von unten.

Toller Glanz durch die nachträglich mit Harz gegossene Bodenschicht.

Toller Glanz durch die nachträglich mit Harz gegossene Bodenschicht.

Und da mit Harz ganz viel möglich ist, kann man diese Idee eigentlich mit Armreifen aus vielerlei Material umsetzen: Holz oder Kunststoff verbindet sich ebenso mit Harz. Nur eine bestimmte Höhe sollten sie haben. Sonst wird aus der möglichen Schale eben doch nur ein Teelichthalter.

Viel Spaß beim Plündern der alten Schmuckkisten

wünscht euch Edna Mo

Verschiedene Versionen der neu geschöpften Gefäße aus Giessharz. Im Boden kann das Muster des ehemaligen Armreifs weitergeführt werden.
Verschiedene Versionen der neu geschöpften Gefäße aus Giessharz. Im Boden kann das Muster des ehemaligen Armreifs weitergeführt werden.
Verschiedene Versionen der neu geschöpften Gefäße aus Giessharz. Im Boden kann das Muster des ehemaligen Armreifs weitergeführt werden.

Verschiedene Versionen der neu geschöpften Gefäße aus Giessharz. Im Boden kann das Muster des ehemaligen Armreifs weitergeführt werden.

Tag(s) : #Giessharz Accessoires, #DIY, #Atelierbericht

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