Schatz! Wir bekommen schon wieder ein Buch!

Kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich wahr: Edna Mo macht ihr zweites Kunstharz-Buch!

Ich melde mich sozusagen aus dem Kreissaal. Alles ist fotografiert, alles ist getextet, die letzten Korrekturen werden gemacht, und ich sprinte mit großer Anstrengung der Zielgeraden entgegen. Zeit, dass es fertig wird und alles weggeschickt ist und ich endlich wieder ein Leben habe.

Schatz! Wir bekommen schon wieder ein Buch!

2016 habe ich mein erstes Buch mit 33 Kunstharz-Projekten auf 96 Seiten mit dem französischen Verlag Creapassion gemacht. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, wie elektrisiert, und wie meine Synapsen auf Hochtouren gearbeitet haben. Da ich aber weiß, dass nach dem gigantischen Hochgefühl der kreativen Findungsphase eine ziemlich lange Zeit ermüdender, harter Arbeit folgt, bin ich diesmal vorsichtig optimistisch an die Sache herangegangen.

Schatz! Wir bekommen schon wieder ein Buch!

Diesmal sind es "nur" 22 Projekte auf 84 Seiten, und es ist ein großes Glück, dass ich es mit einem deutschen Verlag, dem Christian-Verlag, realisieren durfte. Es ist eine ungeheure Erleichterung, wenn man den Vertrag, den man unterschreibt, auch lesen kann. Und zu wissen, dass das Buch in Deutschland einfach so erhältlich sein wird.... kaum zu beschreiben.

(Nein, es gab damals keine deutsche Übersetzung des französischen Vertrags. Man hat dort auch elegant ignoriert, dass ich kein französisch kann und mich munter auf französisch informiert. Dass ich einen Tag vor Abgabetermin eine 30-seitige Mappe per Post bekam, in der haarklein erklärt wurde, wie ich Text und Fotos auf den firmeneigenen Server direkt in ein Layout hineinladen kann, selbstredend auf französisch, hat mir ein mittleres Aneurysma verpasst. Ich habe aus Selbtschutz beschlossen, dass die Mappe unerklärlicherweise auf dem Postweg verloren gegangen sein muss und einfach eine DVD gebrannt und verschickt. Hat komischerweise auch funktioniert.)

Und jetzt alles hat gepasst: Mit dem Anbieter Epodex aus Moers habe ich Anfang des Jahres eine Zusammenarbeit vereinbart, die es ermöglichte, das Epoxidharz für das Buch sponsern zu lassen. Dank Corona und Home Office konnte ich meine Zeit zwischen Arbeit und Atelier bestmöglich aufteilen. Und ich hatte auch große Lust, mich nach dem unfall-überschatteten letzten Jahr wieder in ein Abenteuer zu stürzen.

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Es ist natürlich trotzdem alles passiert, was passieren konnte: Zweimal war ich dem Herzinfarkt nahe, weil Festplatten und Word-Dokumente abgeraucht sind. Zwei der drei Kamera-Bodies litten von einem Auslösen auf das andere unter Haarlocken auf dem Chip. Ich habe beim Hantieren mit einer offenen Härterflasche diese komplett auf meinen Fototisch ausgekippt. Bei einem Fotoaufbau habe ich quer durchs komplette Atelier fotografiert, ich oben auf der Leiter, meinen Scheitel gegen die Decke gepresst, der Aufbau am anderen Ende des Raums auf dem Fußboden. Rauf, runter, rauf, runter. Ich bin zu alt für den Scheiß, sagt zumindest mein Rücken.

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Es wurden zig Möbelstücke geschleppt, quadratmeterweise Stoffe gebügelt, Stunden auf den Knien gerobbt, um Blümchen und Zangen zu ruckeln. Ich habe völlig neue Fertigkeiten entwickelt, mein einer 50-jährigen Lady angemessenes Kinn mit Bildbearbeitung in eine rasante Stromlinienform zu modellieren. Haare kann ich auch fast besser am PC frisieren als in echt. Ohne Friseur gab es sowieso keine Chance auf externe Rettung. Insgesamt wurden 22 Gigabyte Fotodaten erzeugt, wobei unter jedem Kopfkissen und in der Kartoffelschublade ein Backup gebunkert ist, man weiß ja nie.

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Es ist toll, ein Sachbuch zu Kunstharz zumachen: man kann es anfassen und sehr komprimiert in eine eigene Welt einsteigen. Im besten Fall hat es ein hübsches Layout und einen vernünftigen, methodischen Ansatz. Aber auch: 84 Seiten sind fast nichts. 2016 war ich nach 6 Monaten Arbeit sogar ein bißchen enttäuscht vom Ergebnis: aufgrund der Menge der Fotos waren diese so klein eingespiegelt, dass man fast nichts mehr erkennen konnte.

Daher habe ich im neuen Buch die Anleitungen sehr komprimiert und die Fotos beschränken sich auf das Allernotwendigste. Richtig toll ist das auch nicht Aber wer die ganze, langatmige und detailverliebte Wahrheit lesen will, muss halt meinen Blog aufsuchen. Denn genau dafür ist er da.

Schöner, lieber Blog. Schön, dass es Dich gibt und Du auf mich gewartet hast. Über einen Monat ist der letzte Eintrag her. In der letzten, heißen Phase, als die komplizierten Buch-Projekte in die Umsetzung gingen, war es einfach nicht drin, nebenher noch zu bloggen. Alle Tische waren mit irgendwas belegt, im Fotoaufbau habe ich fotografiert wie ein chinesicher Fließbandarbeiter Fahrräder montiert.

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Es war auch einfach keine Idee mehr übrig, die ich hätte verbloggen können. Da die Konzeptfindung im März nur rund drei Tage beanspruchen durfte, habe ich alles genutzt, was nur ansatzweise ein Buchprojekt hätte sein können und meine komplette Blog-Ideen-Liste geplündert. Eine Story, die ich heimlich in dunklen Nachtstunden für den Blog fotografiert habe, wurde nachträglich ins Buch übereignet, weil sie so schnuckelig geworden ist. Wieder nix zum Bloggen.

Hier gibts daher nur ein paar windschiefe Dokumentationsfotos, wie mein neu möbelierter Arbeitsplatz für das Buch abgelichtet wurde, (das war auch so ein abenteuerlicher Aufbau), die einzigen, die überhaupt entstanden sind, und ein paar Ausschußfotos, die vom Portrait "Über die Autorin" übrig geblieben sind.

Aber alles ist gut und wird noch viel besser. Auch wenn ich jetzt abgeschlafft nach -zig Stunden PC-Hockerei eine einzige Muskelverpannung bin, verspüre ich wahnsinnig große Lust, diesen Blog wieder mit Liebe und Hingabe und einer extra großen Portion Kunstharz in Besitz zu nehmen.

Auf bald, sagt

Edna Mo

 

PS: Erscheinungstermin von "Faszination Resin" soll im Oktober diesen Jahres sein.

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TinaVausHH 05/24/2020 19:22

Liebe Edna Mo,

so ein Projekt kann in der Tat richtig schlauchen. Ich drücke Dir alle Daumen, auf dass Du auch die Zielgerade gut schaffst. Weiterhin Toi-Toi-Toi und viel Erfolg für das Buch!
Im Übrigen sind das superschöne Ohrringe und die Kombi in rosé-crème steht Dir ausgesprochen gut.

Liebe Grüße
Tina

Edna Mo 05/25/2020 08:06

Huhu liebe Tina,
oh wie schön, ein Lebenszeichen! Vielen Dank für deinen Zuspruch. Letzten Samstag habe ich die Daten verschickt. Jetzt wird erst mal ein wenig durchgeschnauft.
Merkwürdig mit dem Rosa - ich mag die Farbe eigentlich gar nicht. Aber je älter ich werde, desto besser steht sie mir. Ganz schön verrückt. Wie die Ohrringe gemacht werden, wird im Buch erklärt!!! Ab Oktober dann zum Nachlesen!
Herzliche Grüße nach Hamburg sendet
Edna Mo