DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

Werbung wegen Hersteller- und Produktnennung (*)

 

Bei meinem letzten DIY zum Thema Silikon-Formenbau für Armreifen bin ich an einem Silikon gescheitert - es war nicht elastisch genug und ist beim Auslösen des Original-Armreifs zerrissen.
Nun habe ich noch ein ziemlich volles 2-Kilo-Gebinde von diesem sehr transparenten Material und mich gefragt, ob es sich nicht an anderer Stelle zum Vorteil einsetzen lässt. Wegschmeißen möchte ich es nicht.

Sonst frage ich ja, welches Silikon für mein Kunstharz-Objekt ideal ist.
Heute ist meine Fragestellung genau andersherum. Wie kann ich dieses spezielle Silikon für meine Einsatzzwecke im Kunstharz-Schmuck überhaupt benutzen?

Eine klare Gussform bedeutet, man kann optisch kontrollieren, wie sich der Kunstharz beim Gießen verhält. Für die Umsetzung von Farbeffekten oder auch Einbettungen wäre das ein Bombengewinn. Sonst arbeite ich mit einem elastischen, aber milchigen Silikon, das das Ergebnis nur bedingt erahnen lässt.
Für mein speziellen Silikons mit niedriger Elastizität muss ich allerdings geeignete Vorlagen auswählen. Flache, breite Schmucksteine, bei denen das Silikon nicht über die Maßen ausgestülpt werden muss, sind da notwendig.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

Und so zeige ich heute im ersten Teil des Beitrags die Herstellung einer glasklaren Silikonform für Kunstharz-Schmucksteine mit einem Silikon, dass dafür nicht ideal ist, aber dennoch sinnvoll eingesetzt werden kann.

Und um diesen Beitrag nicht - wie so oft - umfangmäßig zu sprengen, zeige ich dann im nächsten Blog-Beitrag mit der erstellten Silikonform die Umsetzung von Ohrringen im Schildpatt-Effekt.

Für dieses DIY wird eine Silikonform dieser  keulenförmigen Ohrringvorlagen umgesetzt.

(Hier ein Link zu einem Post, in dem das Herstellungsverfahren für Ohrringvorlagen über mehrere Arbeitsschritte erklärt wird).

Alternativ können selbstverständlich auch andere Schmucksteine genutzt werden, die Dir von der Form und Oberflächenqualität her zusagen.

 

Für spezielle Farbeffekte, die aus vielen Schichten bestehen, macht es Sinn, alle benötigten Schmucksteine gleichzeitig zu gießen.

Wenn man mangels Silikonform zwei aufeinanderfolgende Gießprozesse absolvieren muss, schwöre ich Dir, dass die Steine nicht ähnlich genug werden, um später optisch zusammen zu passen.

 

 

Daher mache ich eine Multiplé-Silikonform, bei der alle benötigten Einzelteile in einem "Silikontablett" zusammengefasst sind.

Und werde herausfinden, ob sich das klare, aber weniger elastische Silikon dafür eignet.
Hinweis: dieser Beitrag ist ein Funktionstest für ein bestimmtes Silikon-Material!

Teil 1: klare Silikonform herstellen

Bei meinem speziellen Silikon handelt es sich um das "Glasklar 25" von Siliconesandmore (*), welches im Verhältnis 1:1 gemischt wird.
Außerdem benötige ich:

Mischbecher,
Löffel,
Rührstab,
Küchenwaage.

1) Gießkasten
Für meine Multiplé-Silikonform benutze ich eine Plastikverpackung mit glatten Boden, hier von einer Eiscreme.

Um die Vorlagen-Steine rutschsicher zu fixieren, wird Doppelklebeband auf dem Boden der Form aufgeklebt.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

2)
Die Steine werden aufgeklebt. Dabei die Richtung beachten, schließlich sollen die zwei Steine spiegelverkehrt sein. (Ich erwähne das nur, weil mir dieser Fehler im Zuge meiner Ohrring-Formen-Produktion oft genug passiert ist!)
Da das Silikon nicht sehr dehnbar ist, sollte zum Rand und zwischen den Steinen ausreichend Abstand sein.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

3) Silikon abwiegen und mischen
Der Mischbecher wird auf die Küchenwaage gestellt und das Gewicht genullt.
80 g von der A-Komponente des Silikons werden abgemessen.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

4)
In den gleichen Messbecher wird 80 g der B-Komponente zugegeben, bis die Waage 160 g anzeigt.
Fürs Foto ist das optimale Abmessen nicht perfekt gelungen. Aber das Material hat eine gute Toleranz und verzeiht so einen kleinen Mischfehler ohne technische Aussetzer.
Dann schleifenförmig langsam rühren, ohne zu viel Luft in die Silikonmischung einzubringen, bis die Komponenten gut vermischt sind. (Sehen kann man das jetzt nicht unbedingt. Man darf sich ruhig ein bis zwei Minuten Zeit dabei lassen).

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

5)
Ich lasse die Mischung dann rund 10 Minuten stehen, so dass sie entlüften kann. Wenn keine Luftbläschen mehr an der Oberfläche zu sehen sind, wird mit einem dünnen Strahl das Silikongemisch langsam in den Gießkasten eingegossen.
Die Schmucksteine sollten mit einer rund 5 - 10 mm dicken Schicht Silikongemisch bedeckt sein.
Die Menge von 180 g Silikonmischung ist ausreichend für die gezeigte Silikonform.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

6)
Über Nacht härten lassen. Man kann (fast) sehen, dass das Silikon glasklar geworden ist und nur sehr wenig Luftbläschen eingeschlossen sind. Aufnahmen von transparenten Dingen sind einigermaßen schwierig, wie man sieht, sieht man eigentlich nichts.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

7) Entformen

Dann alles vorsichtig auseinander nehmen, ohne die Silikonform zu sehr zu dehnen. Dass ist bei diesem Silikon der Knackpunkt! Daher war es auch nicht möglich, von diesem Schritt ein Foto zumachen.

Leider musste ich die Plastikschale zerstören, denn die Schmucksteine klebten wie Bombe auf dem Doppeltape. Da dennoch etwas Silikon unter die Steine geflossen ist, wurde das ganze zu einem kompakten Objekt.

Die Einzelteile wurden also mit großer Vorsicht und Zärtlichkeit voneinander getrennt. Einen kleinen Riss in der Silikonform habe ich mir beim Aufspreizen dennoch eingehandelt. Mal kucken, ob man den später im Gießling sehen wird.

8)
Die überstehenden Silikonränder werden mit dem Cutter vorsichtig entfernt.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

9)
Der Hersteller empfiehlt, die Silikonformen vor dem ersten Gebrauch im Backofen nachzuhärten, um die Lebensdauer zu verlängern.
Bisher habe ich mir das immer gespart. Aber die Vergänglichkeit der Silikonformen ist ein relevanter Punkt. Ich wollte jetzt doch einmal wissen, ob das Nachbacken einen Vorteil bringt.

Einen unmittelbaren Vorteil bringt das Backen: die Kontaktstelle von Silikon und Tape ist immer etwas schmierig. Sonst tupfe ich das mit Küchenkrepp ab. Beim Nachbacken härten die klebrigen Stellen zuverlässig aus.

Zu dem Punkt "Silikonform ist klebrig" hat mich der Hersteller informiert, dass dieser Effekt auftritt, wenn "Platinum" als Reaktionsbeschleuniger im Silikon enthalten ist. Das Platinum reagiert leider auch mit anderen Stoffen - also in meinem Fall mit einem Bestandteil im Klebeband, so dass an dieser Stelle das Platinum fehlt, um das Silikon zu härten. Durch Zugabe von Wärme werden kleine Restbestandteile Platinum so aktiviert, dass das Silikon zuverlässig aushärten kann.
Danke für den Tipp! Zukünftig werde ich einfach kleine Schnipsel Klebeband nehmen und so unter dem Schmuckstein platzieren, dass das Silikon damit nicht in Berührung kommen kann.

Mir kommt es auch so vor, als wäre mein Riss nicht mehr zu sehen. Da ich das Material aber nicht unnötig strapazieren möchte, fasse ich die Form nicht mehr an als nötig.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

10)
Fertig: glasklare Silikonform mit hochglänzender Innenseite.

DIY-Schildpatt-Ohrringe mit klarer Silikonform_Teil 1

So, die erste Hürde wäre geschafft. Jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil des Beitrags, wenn die Form schrittweise mit gefärbten Harz gefüllt wird und die Entstehung eines markanten Musters mitverfolgt werden kann.

Klare Grüße sendet Dir

Edna Mo

PS: Weitere DIY-Tipps für die Herstellung von Silikonformen für Schmuck mit Gussmassen findest Du in meiner Rubrik Silikon-Formenbau.

 

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