Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Ute von Vergiessmeinnicht hat gefragt, ob ich nicht einen ausführlichen Beitrag zum Schleifen und Polieren von Kunstharz erstellen könnte.

Was für ein Brett! Diese beiden Themen haben handwerklich einen hohen Nerdfaktor und sind ziemlich komplex. Daher tauchen sie bis dato nur sporadisch (hier und hier) auf meinem Blog auf. Ein guter Anlass, diesen beiden Fragestellungen einmal mit frischer Aufgeräumtheit nachzugehen.

Beim Thema Schleifen von Kunstharz gilt: "Alle Wege führen nach Rom". Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Jeder muss für sich eine ideale Methode herausfinden, diese durchaus lästige und langwierige Arbeit für sich erledigt zu bekommen

Es gibt -zig Möglichkeiten, der Oberfläche von Kunstharzobjekten zu Leibe zu rücken. Eine Portion Eigeninitiative gehört auch dazu, weil für viele Prozesse eine bestimmte Technik oder Hilfsmittel erforderlich sind, die man ausprobieren muss oder sich vielleicht von anderen abkucken kann.

Daher stelle ich heute nicht nur meine Methoden vor, sondern habe auch ein paar andere Kunstharz-Künstler/-innen um eine kleine Selbstdarstellung gebeten. Ergänzend habe ich den Beitrag mit einigen Herstellertipps und Videolinks gewürzt, um die unterschiedlichsten Herangehensweisen aufzuzeigen.

Stell Dir besser etwas zu Trinken und ein paar Knabbereien bereit,
dieser Post wird lang!

S  E  H  R    L  A  N  G!!!!!!!!!!!

Kunstharz Schleifen: Theorie

Um bei einem ausgehärtete Gießling die Gießöffnung zu begradigen oder eine matte Oberfläche glänzend zu bekommen, bearbeitet man die Fläche mit Schleifpapier. Beim Schleifen wird die eigentlich schon durchsichtige Oberfläche erst stumpf und trüb, und erst im Zuge der weiteren Bearbeitung wieder etwas klarer. Das ist richtig so! Die finale Transparenz erzielt man erst durchs Polieren der vorab geschliffenen Flächen.

Man arbeitet mit Nassschleifpapier in verschiedenen Körnungen von grob bis fein, also beispielsweise 180-er, 600-er, 1.000-er und 2.000-er Körnung.

Ob man sechs oder drei Körnungen benötigt und welche im Detail, das gilt es für sich und seine Werkstücke auszutesten. Als Faustregel würde ich sagen: je weniger Körnungsstufen, desto länger sollte man sich für das Bearbeiten Zeit lassen.

Kunstharz schleifen -
Nassschliff von Hand

Als ich Anno Tuk mit dem Harzen anfing, habe ich Polyesterglas-Harz benutzt, es gab damals nichts anderes auf dem Markt. Gruseliges Zeug. Die Harzoberfläche härtet nämlich nicht klebfrei aus. Rundum alle Oberflächen sind pickelig und müssen nachbearbeitet werden. Vom Aufwand her der absolute Alptraum.

Mit den neuen Epoxydharzen und Silikonformen mit glänzender Innenseite muss eigentlich nur noch die Fläche der Eingießöffnung bearbeitet werden. Das ist eine echte Zeitersparnis.

Es hat also auch bei mir einige Jahre(!) gedauert, bis ich mich mit Bergen pickeliger Harzstücke meinem schleifenden Schicksal ergeben habe. Das erste Stück zu Schleifen (ein Ring, ich habe ihn noch vor Augen) hat zwei Stunden gedauert. Was mich belohnt hat, war das Ergebnis. So eine geschliffene und polierte Harzoberfläche ist ein Augen- und Anfassschmaus.

Danach gibt es kein zurück mehr und man will es nie wieder anders haben!!!

Ich nehme für den Handschliff:

  • ein Gefäß mit Wasser
  • einen Holzklotz
    (das kleine Podest erleichtert ausladende Handbewegungen und Arbeit an den Kanten)
  • Nass-Schleifpapier, 180-er, 600-er, 1.000-er und 2.000-er Körnung
    in DIN A 6 große Stücke gerissen
    (bitte jeweils die Körnung auf die Rückseite schreiben. Bei mehrmaligem Gebrauch kann man die Körnungen optisch nicht mehr auseinander halten.)
  • ein saugfähiges Tuch
  • Rund- und/oder Vierkantholz
Utensilien für einen Nassschleif-Arbeitsplatz für die Endbearbeitung von Kunstharz-Schmucksteinen.

Utensilien für einen Nassschleif-Arbeitsplatz für die Endbearbeitung von Kunstharz-Schmucksteinen.

Man legt das Schleifpapier auf den Klotz, befeuchtet es und legt das Werkstück darauf.

Nun wird jede Fläche des Werkstücks kreisförmig auf dem Schleifpapier gerieben, bis sie einheitlich aufgeraut, matt und stumpf ist.

Zunächst muss man das Schleifpapier mit der anderen Hand festhalten. Bei steigendem Abriebschmock haftet das Papier dann am Holzklotz fest und man kann loslassen.

Das Naßschleifpapier hat eine feste Unterseite und löst sich im Wasser nicht auf.

 

Nass-Handschliff von Kunstharz-Schmucksteinen.

Nass-Handschliff von Kunstharz-Schmucksteinen.

Um den Abrieb abzuspülen, und um das Ergebnis beurteilen zu können, wird das Werkstück regelmäßig abgespült und trockengerieben.
Auch das Schleifpapier wird regelmäßig abgespült.

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Beim Erstschliff muss die Oberfläche des Gießlings gleichmäßig stumpf sein, es dürfen keine, noch so winzigen, glänzenden Stellen mehr zu sehen sein. Erst dann wird die nächste Körnung in Angriff genommen.
Die Oberflächenbeurteilung klappt leider nur, wenn der Gießling ganz trocken ist. Evtl. hilft es, ihn trocken zu fönen. Dann nur noch die kritischen Stellen weiter bearbeiten.

Nass, trocken, nass, trocken, meistens rinnt einem das Wasser dann schon die Ärmel hoch und man hat sich erfolgreich die Brille von innen naßgespritzt.

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Natürlich ist so ein Harz-Gießling einigermaßen widerstandsfähig.

Man muss Kraft ausüben. Insbesondere der Grobschliff ist richtiggehend anstrengend, vor allem, wenn die Form des Werkstücks noch verändert wird. Man kann im Stehen oder im Sitzen arbeiten, jede Körperhaltung ist in Ordnung, in der man am Besten den Gießling in der Bewegung aufs Papier drücken kann.

Die nachfolgenden Körnungsschritte gehen dann immer leichter und zügiger.

Das Wasser wird mit der Zeit trüb, man muss es regelmäßig austauschen, so dass das Handschleifen mit Wasser meist in eine arge Planscherei ausartet. Der Abrieb wird vom Wasser gebunden und kann problemlos weggeschüttet werden.

Nach mehrfachem Gebrauch ist das Schleifpapier "abgerieben", das merkt man daran, dass auf der Oberfläche des Werkstücks nichts mehr passiert. Dann wechselt man das Papier, das abgeriebene wird im Hausmüll entsorgt.

Um mir die Arbeit zu erleichtern, schleife ich nicht nur ein Werkstück von grob bis fein, sondern immer eine ganze Gruppe. Für fünf kleine Gießlinge mit ebenen Flächen braucht man für den Rundum-Schliff mit etwas Übung eine bis anderthalb Stunden für alle Körnungsschritte.

Nach 90 Minuten habe ich keine Lust mehr und muss mit Schleifen aufhören. Körperlich ist die Belastung nicht angenehm - man bekommt gerne eine Verspannung im Nacken-Schultermuskel und belastet auch den Karpaltunnel über die Maßen, so dass ich da nur begrenzt Ausdauer beweise.

Zu meinen Handschleif-Zeiten habe ich das Schleifen bevorzugt im Urlaub gemacht. Dafür hatte ich im Strandurlaub immer eine mobile Schleifkiste dabei. Ideal war es, wenn im Hotelrestaurant Stoffservietten gereicht wurden, die habe ich zum Trockenreiben mitgehen lassen. Wenn man Kraft und Winkel für sich gefunden hat, kann man auch am Strand im Schneidersitz schleifen, den Holzklotz auf einem Schenkel liegend. Mit dem Meer vor der Nase arbeitet es sich gleich viel besser, außerdem ist genug Wasser zum Spülen in Reichweite. Zwischendurch kann man sich strecken und ein Nickerchen machen, so lässt sich das den ganzen Tag aushalten. Nur einmal habe ich im Eifer des Gefechts versehentlich einen Ring im Sand verloren (natürlich nach dem letzten Körnungsgrad, wie doof!).

Dank vieler Armreifen ist der Handschliff wieder bei mir an der Tagesordung. Ich mache das zu Hause am Tisch mit dem Laptop und ja, Danke, Netflix! Die Tastatur decke ich ab, um sie vor Spritzern zu schützen.
Dialoglastige Filme sind zu bevorzugen, da man die Augen auf das Werkstück richtet und wenig von den Bildern mitbekommt.

Handschleif-Tipps

Kunstharz-Ringe auf der Ring-Innenseite zu schleifen, gehört für mich zu den komplizierten Schleiftechniken. Man hat eine winzige Fläche, einen geringen Krafthebel, und kommt langsam voran.

Man benötigt dafür ein Rundholz (oder auch Halbrundholz) mit kleinem Durchmesser. Man rollt das Schleifpapier darum und hält es am unteren Ende fest (Fixierungen mit Gummiband oder ähnlichen halten bei mir nie). Das obere wird dann in die Ringöffnung gefädelt. Noch besser erreicht man alle Kanten, wenn man den Ring auf den Holzsockel stellt.

Da meistens über eine Kante geschliffen wird, reißt das Schleifpapier bei dieser Technik schnell an einer Stelle auf. Dann das Schleifpapier wenden oder anders umschlagen, um wieder eine unverbrauchte Stelle zu haben. Beim Kantenschliff verbraucht sich das Schleifpapier sehr schnell, es geht kaputt bevor es abgeschliffen ist.

Kunstharz-Ringe innenseitig nass schleifen von Hand.

Kunstharz-Ringe innenseitig nass schleifen von Hand.

Man kann bei runde-Öffnung-von-innen-schleifen auch andersherum arbeiten: die linke Hand fixiert den Schleifstock über der Tischkante, und mit der rechten Hand wird der Ring um das Holz rotierend geschliffen.

Um rechtwinklige Kanten abzurunden, arbeite ich mit einem Stück Vierkantholz, um das das Schleifpapier herumgewickelt wird. Dann schleift man systematisch nur über die Kante, so dass diese zunehmend runder wird. Werkstück dabei drehen, damit die Kante gleichmäßig wird.

Auch hier verbraucht sich das Schleifpapier deutlich schneller als beim Flächenschliff.

 

Kantenschliff von Kunstharz-Schmuckstücken von Hand.

Kantenschliff von Kunstharz-Schmuckstücken von Hand.

Zusammenfassung

Um erste Erfahrungen mit dem Kunstharz-Schleifen zu machen und für wenige Einzelteile ist der Handschliff ein guter Anfang. Es lässt sich überall auf kleinstem Raum arbeiten. Nassschleifpapier ist günstig, einigermaßen langlebig und man braucht darüber hinaus nur Kraft, Geduld und Zeit.

Aber:

Wer viele Teile bearbeiten möchte und den Zeitaufwand für das Schleifen in Maßen halten will, kann auf den Einsatz von Maschine(n) nicht verzichten.

Gerade für den Grobschliff ist es sinnvoll, sich von einer Maschine unterstützen zu lassen.

Bei einer einfachen Ausgangsform, wie einem Kubus, kann man die Nachbearbeitung auch komplett maschinell erledigen.

Sobald jedoch Rundungen ins Spiel kommen, beispielsweise die Öffnungen bei Ringen oder Armreifen, oder gewölbte Flächen, kann man sich nur ein Stück weit von einer Maschine helfen lassen. Es verbleibt meistens ein nicht unerheblicher Teil an Handarbeit.

Werkzeughilfen

Hier eine Stöberempfehlung für den Online-Shop Atelier-Zsu.

Es gibt (oh Wunder) tatsächlich einen eigenen Bereich Schleifen und Polieren, und dort habe ich einige nützliche Schleifhilfen gefunden, die neben dem Schleifpapier ihre Berechtigung haben und deshalb hier auch einmal vorgestellt werden: schon mit Körnungspapier bezogene Schleifhölzer, die vielleicht etwas komfortabler sind als meine gewickelten Holzstöcke.

Sowie weiche Schleifschwämme, die sich besonders für gewölbte Oberflächen eignen.

 

Kunstharz schleifen -
Trockenschliff mit Maschine

Glücklicherweise ist Kunstharz dem Werkstoff Holz nicht unähnlich, so dass alle Holz-Bearbeitungs-Maschinen auch für Kunstharz-Werkstücke genutzt werden können.

Die Nachbearbeitung erfolgt trocken, auf Basis von Holz-Schleifpapier. Das gibt es zumindest als Blattware auch in verschiedenen Körnungen zu kaufen.

Beim Holz-Schliff ist die Auswahl der Maschinen enorm groß:
Bandschleifer, Tellerschleifer oder Schleifzylinder für die Bohrmaschine, Tellerschleifgeräte etc.
Alles, was sich dreht oder rotiert, kann genutzt werden.

Problem 1:
STAUB
Der lose herumfliegende Harz-Staub ist krebserregend. In Arbeitsräumen lagert sich der Staub überall ab und wird durch jeden Luftzug wieder aufgewirbelt und eingeatmet.

Sei liebevoll zu Dir! Benutze grundsätzlich eine Staubmaske oder eine professionelle Atemmaske. Der Trockenschliff sollte auch in dafür geeigneten Räumen durchgeführt werden, in denen nicht gelebt oder sich aufgehalten wird.
Viel Besser ist es, eine Absaugvorrichtung am Arbeitsplatz zu haben, so dass der Staub direkt am Werkstück weggesaugt wird.

Problem 2:
DREHZAHL
Fürs Harzschleifen immer erst mal langsam anfangen. Niedrigste Drehzahl einstellen und vorsichtig steigern.

Das ist in erster Linie gut für die Finger, die das Werkstück feste packen müssen, um es kontrolliert führen zu können. Je kleiner das Werkstück, desto schmerzhafter das Festhalten. Daher arbeite ich lieber mit kleinen Werkzeugen und bei niedrigen Drehzahlen.

Ich persönlich mag es, beim Schleifen mit dem Dremel (5.000 Umdrehungen) oder mit dem Nagelfräser (3.000 Umdrehungen) mit enganliegenden Handschuhen zu arbeiten. Mit Handschuhen kann ich die kleinen Fitzeldinger im staubigen Zustand besser packen.
Bei Schleifmaschinen mit größerer Schmirgelfläche und hoher Drehzahl bitte keine Handschuhe benutzen, da eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht.

Hohe Drehzahlen sind auch nicht unbedingt gut für das Schleifmittel: Das Harz neigt bei hoher Drehzahl und hohem Anpressdruck zum Schmilzen und setzt dann ruck-zuck das Schleifpapier zu. Das erhöht den Schleifpapier-Verbrauch.

 

Problem 3:
FEINE KÖRNUNGEN
Für Bandschleifer oder Tellerschleifer für die Bohrmaschine sind Schleifpapiere mit feinen Körnungen nicht verfügbar. Die Schleifpapier sind meistens zugeschnitten, mit Befestigungsvorrichtungen konfektioniert (wie Klettband) oder auf bestimmten Trägermaterialien aufgebracht, und genau das gibt es dann nicht mit feiner Körnung.

 

Problem 4:
WECHSELMECHANIK
Falls man es basteltechnisch gelöst bekommt, feines Schleifpapier (in Eigenregie) auf eine (nicht unbedingt dafür konzipierte) Schleifmaschine aufzubringen, sollte die Körnung einfach und unkompliziert gewechselt werden können. Je nach Bauart der Maschine gestaltet sich das schwierig.

 

-> Wer nur beim Grobschliff mit Körnung 180 maschinell unterstützt wird, hat trotzdem viel erreicht.

-> Es geht auch andersrum: statt rotierendes Schleifpapier kann man auch das Werkstück rotieren lassen. Mithilfe von Einspannvorrichtungen, die man entweder kaufen kann oder selber bastelt, beispielsweise für die Bohrmaschine. Mit der Hand wird dann angefeuchtetes Schleifpapier auf das Werkstück gedrückt, während sich dieses dreht.
Auch über solche Lösungen lohnt es sich nachzudenken!

 

Trockenschleifen mit dem Handbohrer

Da ich aus einer Familie mit hohem handwerklichen Potential komme, gehört Werkzeug zu einem der beliebtesten Geschenke für Weihnachten und Geburtstage (klingelt da was? Yep, ist bald Weihnachten. Wer statt Socken oder Kochbücher mal etwas total Sinnhaftes haben will, sollte sich direkt Maschinensupport für die Kunstharz-Bearbeitung wünschen).

Mein Paps hat mir dereinst einen Dremel Minibohrer geschenkt, der schon seit Jahren ein unermüdlicher Begleiter für meinen Kunstharz-Schmuck ist. Danke Paps!

Leider hat das kleine Gerät viele Nachteile, so dass ich es zum Schleifen nur bedingt einsetzen kann.

Erstens ist das Teil recht laut. Es ist mir immer noch ein Rätsel warum wir Menschen auf den Mars fliegen, aber kein leises Maschinegerät erfinden können.
Zweitens ist die Drehzahl mit Minimum 5.000 Umdrehung für meinen Geschmack zu hoch. Drittens gibt es gefühlt 25 Milliarden aberwitzige und superniedliche Aufsätze, aber selbstverständlich zum Schleifen keine mit feinen Körnungen. Und natürlich fliegt der Staub dank hoher Drehzahl bis in den letzten Winkel.

-> Was geht: Grobschliff mit den passenden Aufsteckkappen bis Körnung 180, oder Selberbasteln kleiner Schleifscheiben mit einem Polierfilz. Mit der Aufschraubspindel wird ein Schnipsel Schleifpapier einfach oben auf den Filz aufgeklemmt.
(Ich habe mir diese Pimp-my-Polierfilz-Idee von Tania und Alberto abgekuckt, das Video von Ihnen habe ich weiter unten im Beitrag eingebunden. Also alleine dafür hat sich dieser Beitrag schon gelohnt!)


Bitte jeweils nur mit minimalem Druck arbeiten, sonst haut man sich lauter Dellen in die Oberfläche.

Und: damit ich nicht gleich tot umfalle, benutze ich eine Kiste als Auffang-Vorrichtung für den Staub.

 

Improvisierte Staub-Auffangkiste zum Schleifen von Kunstharz mit dem Minibohrer.

Improvisierte Staub-Auffangkiste zum Schleifen von Kunstharz mit dem Minibohrer.

Das ist nur eine Kiste aus transparentem Kunststoff mit Armlöchern. Ich stecke eine oder beide Hände hinein, je nachdem, ich ich mit dem Ständer oder dem Handstück arbeite und kucke durch die transparente Seitenwand.

Ich kann ohne Mund- und Augenschutz arbeiten, das ist schon eine enorme Erleichterung.


Ich habe auch eine Öffnung für den Staubsaugerschlauch vorgesehen, aber ohne Lärmschutz ist mir die Kombination von brüllendem Dremel und dröhnendem Sauger viel zu laut.

Da ich viel mit metallischen Fräsaufsätzen arbeite, wurden Handschuhe mit angebaut, um meine Finger zu schonen. So ein bißchen wie im Biowaffen-Geheimlabor.
Die Handschuhe sind aus dünnem Leder, die an die Beine einer Strumpfhose genäht wurden. Die Strumpfhosenbeine wurden wiederum mit passend gesägten Holzstücken an die Kiste getackert.

Wenn ich die Schleifkiste heute noch einmal bauen würde, würde ich die Strumpfhosenbeine weglassen, weil sie die Bewegungen doch einschränken. Und die Armlöcher anders platzieren. Für meine Schleifarbeit hat die Kiste aber auch in ihrem derzeitigen Zustand schon unschätzbare Dienste geleistet.

(Auf die Handschuhe würde ich nicht verzichten wollen. Alles, was die Hände schont, ist Gold wert. Da bin ich leider gehandicapt, weil meine Griffel nicht nur arbeiten, sondern auch noch nach der Schufterei auf Fotos einigermaßen adrett aussehen sollen.)

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Entweder ich benutze den Dremel auf dem Ständer, die Bohrspitze wird durch ein Loch seitlich in die Kiste geschoben. Seit neuestem arbeite ich viel mit dem Handstück, dann lasse ich den Deckel der Kiste einen Spalt auf, um den Arm von rechts durchzustecken (ein zusätzliches Armloch fehlt!). Staubtechnisch ist das nicht optimal, das muss ich noch optimieren.

Der Staub wird aufgefangen, die Kiste wird im Anschluss mit dem Sauger gereinigt. Und das Gute: wenn mal ein Werkstück weggeschleudert wird, findet man es in der Kiste wieder, und muss nicht stundenlang auf dem Boden kriechen, um danach suchen.

Kantenschliff von Kunstharz-Armreifen mit dem Minibohrer.

Kantenschliff von Kunstharz-Armreifen mit dem Minibohrer.

Kunstharz schleifen -
Nassschliff mit Maschine

Vorab: eine Nass-Schleifmaschine speziell für das Schleifen von Harz gibt es so natürlich auch nicht zu kaufen. Man kann aber prima improvisieren!

Nach meinen ersten Handschleif-Erfahrungen, Dremel-Frust und langer Überlegung habe ich mich für eine Töpferscheibe als maschinelle Unterstützung entschieden.

Das Gerät ist für die Benutzung mit Wasser ausgelegt, was in Sachen Staub ein dicker Pluspunkt ist. Man spült die Schleifffläche regelmäßig mit Wasser, in der Auffangrinne sammelt sich das Wasser und der Abrieb. Ihre Geschwindigkeit ist stufenlos verstellbar und eher im niedrigen Bereich angesiedelt. Sie ist leise und nimmt nicht viel Platz weg, so dass sie für mich das ideale Werkzeug ist.

Ich habe sie auf einen höheren Tisch gestellt ,direkt neben einem Spülbecken, so dass ich im Stehen arbeiten kann, was die körperliche Belastung minimiert. Die Schleifscheiben mit unterschiedlichem Körnungen lagern zum Trocknen in einem Abtropfgestell.

Umgerüstete Töpferscheibe mit Magnet-Wechselmechanik für vier Körnungsstufen.

Umgerüstete Töpferscheibe mit Magnet-Wechselmechanik für vier Körnungsstufen.

Das Atelier teile ich mir mit meinem Mann, wir arbeiten oft gleichzeitig - jeder an seinen Projekten - so dass Lärm und Dreck sich in aushaltbaren Maßen bewegen sollten.

Die Herausforderung war, die Drehscheibe mit Wechselmechanik für das Schleifpapier auszurüsten. Bitte bei Interesse an der Umrüstung dem Link folgen, das wird dann doch zu umfangreich für diesen Beitrag.

Ich habe mich damals für ablösbaren Sprühkleber entscheiden, um das Schleifpapier auf Plexischeiben zu befestigen. Was OK, aber durchaus verbesserungswürdig ist.
Das Papier löst sich jedoch an den Rändern ab, wird dann wellig und reißt ein, so dass am Ende nur die Fläche in der Mitte zur Bearbeitung übrig bleibt.


Mit meiner jetzigen Erfahrung würde ich auf Klett-Wechselmechanik umschwenken.

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Ich arbeite immer von links nach rechts mit verschiedenen Wasserbehältern. Mit dem kleinen Bottich spüle ich die Scheibe, im Wassereimer lagern die fertigen Stücke, dadurch werden sie direkt gereinigt.

Den Kantenschliff kann man auch mit der Töpferscheibe prima machen. Ich habe zwischenzeitlich eine rotierende Bewegung aus dem Handgelenk entwickelt, so dass ohne Abzusetzen die Außenkante von Armreifen geglättet werden kann.

Die Innenkanten von Ringen und Armreifen sowie unregelmäßig gewölbte Flächen bearbeite ich Grobschliff-technisch mit dem Nagelfräser. Den Rest muss ich dann leider von Hand erledigen.

Kunstharz-Nassschleifen mit der umgebauten Töpferscheibe.

Kunstharz-Nassschleifen mit der umgebauten Töpferscheibe.

Zusammenfassung
Kunstharz-Schleifen

Welche Art des Schleifens man für sich wählt, hängt also von folgenden Faktoren ab:

  • Zeit
  • Anzahl der zu bearbeitenden Gießlinge
  • Budget
  • Arbeitsraum
  • Handwerkliches Geschick zum Erstellen eigener Lösungen

 

Einfach ist es, wenn man ein Schleifgerät einmal vorab ausprobieren kann, bevor man sich zu einem Kauf entschließt. Frage einfach mal herum, bei Kollegen oder in der Nachbarschaft, welche Gerätschaften in deinem Zugriff liegen und ob Du sie einmal vorab leihen und für deinen Einsatz testen kannst.

Kunstharz-Polieren

Ein Glück ist dieses Thema nicht so umfangreich! Daher komme ich mit einem überschaubaren Absatz dazu aus.

Wenn das Werkstück erst mal rundum sauber geschliffen ist, ist das Polieren
ein Klacks.


Grundsätzlich möchte ich dazu anregen, Werkstücke auch einmal matt zu lassen, das hat eine überaus schöne Optik.


Die Besessenheit vom Hochglanz schießt für meinen Geschmack oft über das Ziel hinaus. Insofern finde ich die Frage, ob Hochglanz denn immer sein muss, an dieser Stelle durchaus berechtigt.

Kunstharz-Polieren von Hand

Das Polieren von Hand geht ziemlich schnell, ist geräuschlos und macht wenig Dreck.

Ich nehme dazu:

  • Holzklotz
  • Polierpaste
  • Nylonstrumpf/ Baumwolltuch / Leinentuch
  • ein bißchen Wasser
Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Ich stecke den Holzklotz so in den Strumpf, dass wenigstens zwei- bis drei Lagen Nylongewebe auf dem Holz liegen. Darauf ein Klecks Polierpaste und ein Tropfen Wasser, dann wird die Oberfläche langsam, aber mit Druck gerieben. Alternativ zum Strumpf kann man auch ein gut saugfähiges Baumwoll- oder Leinentuch nehmen.

Für runde Oberflächen oder Kanten knäule ich den Strumpf in die Hand und fahre mit festem Druck über die Oberflächen.

Handpolieren von Kunstharz-Schmucksteinen.

Handpolieren von Kunstharz-Schmucksteinen.

Der Kniff ist, solange zu reiben, bis die Oberfläche glänzend wird. Schleifen geht langsam und mit wenig Druck, beim Polieren ist es genau anders herum. Der ausgeübte Druck ist entscheidend. Danach reibe ich mit dem Baumwolltuch etwaige Rückstände der Polierpaste ab.

Achtung: nur mit wenig Paste arbeiten. Ein Zuviel an Paste bleibt als matter Rückstand auf der Oberfläche. Da poliert und poliert man und der Gießling ist schon lange glänzend, man sieht es nur nicht. Mit dem sauberen Baumwolltuch die Oberfläche zwischendurch abreiben hilft da schon, um sich vom Ergebnis zu überzeugen.

Was gegen das manuelle Polieren spricht, sind die Rückstände der Polierpaste in feinen Luftbläschen. Mit heißem Wasser und Spüli und einer weichen Zahnbürste bekommt man sie aus mittelgroßen Luftblasen auch wieder heraus.
Warum muss ich Rind auch ausgerechnet eine grüne Polierpaste benutzen? Wie man im Video unten sehen kann, gibt es ja auch farblose Pasten. Die sind auf jeden Fall zu empfehlen.
 

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Kunstharz-Polieren maschinell

Ist laut, anstrengend und fusselt, aber manchmal hilft nur das für echten Hochglanz!

Ich nehme dazu:

  • eine Bohrmaschine (ist aus meiner Sicht nicht optimal, weil sie unerträglich laut ist und eine zu hohe Drehzahl hat, wodurch die Gießlinge extrem gut gepackt werden müssen. Zeitlich dosiert lässt sich das aber aushalten.)
  • eine Halterung für die Bohrmaschine (Ständer oder behelfsmäßig einen Schraubstock)
  • zwei Flanell-Polier-Aufsätze für Kunststoff/Acryl (fein und extra fein)
  • Glanzwachs
  • Hand-Abzieher
  • (das ist ein zackiges Teil, mit dem die Fasern der Schleifbürsten aufgerichtet werden)
  • Atemmaske (wegen der herumfliegenden Fusseln)
Utensilien für das Polieren von Kunstharz mit der Bohrmaschine.

Utensilien für das Polieren von Kunstharz mit der Bohrmaschine.

Anmachen, Bürsten mit dem Abzieher aufrauhen, Polierpaste dranhalten, Werkstück dranhalten.

Der Glanz kommt mit der Zeit, man muss schon eine Weile drehen und wenden, bis alle Seiten optimal erstrahlen. Wenn die feine Bürste nicht reicht, kommt die extrafeine im zweiten Durchgang dazu.

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

Werkzeughilfen

Für detaillierte Infos verweise ich auf die Videos der Firma Polierbock, an denen ich mich ebenfalls orientiert habe:

https://www.polierbock.de/Videos

Erfahrungen!

So, ich spanne Dich nicht länger auf die Folter. Nachfolgend habe ich Erfahrungsberichte verschiedener Kunstharz-Akteure zum Schleifen und Polieren zusammengetragen. Daran kann man sehen, wie umfangreich das Thema ist, und dass meine vorgestellten Methoden nur wenige von vielen, vielen mehr sein können.

Mein überaus herzlicher Dank gilt allen Harz-Künstlerinnen und Künstlern, die mit ihren Texten, Fotos und Links dazu beigetragen haben, diesen Beitrag abwechslungsreich, spannend und inspirierend zu machen!

Für die nachfolgenden Beiträge liegen die Urheberrechte jeweils bei den Autoren, herzlichen Dank für die Genehmigung zur Nutzung innerhalb des Beitrags!

Viel Spaß!

"... Es hilft alles nichts – jetzt kommt die S*****sarbeit, das Abschleifen bzw. dem Erzeugen der Grundform. Begonnen habe ich mit 120er Schleifpapier. Wenn ihr ähnliche Verformungen habt solltet ihr euch ruhig ein paar Bögen davon kaufen – besser als wenn es sich zusetzt und ihr was nachkaufen müsst.

Persönlich würde ich, auch wenn es verlockend ist, keine Maschinen einsetzen. Entweder erwärmt es sich durch die Reibung zu stark was das Harz nicht so gut ab kann, oder ihr verkantet und haut eine Macke rein.

Weil die Seiten nur eine geringe Fläche haben, ist es schwer die von Hand in einem rechten Winkel zu schleifen. Ich habe mir folgendermaßen geholfen, siehe Foto unten.

Wenn die Grundform einmal steht wird es wieder einfacher. Ab jetzt gilt es nur noch die “Kratzer” des relativ groben Schleifpapiers zu beseitigen, und zwar mit feinerem Schleifpapier (Ach neee). Die Grundform habe ich ja mit 120er gemacht, worauf dann das 180er und 220er kam.

Für feinere Körnungen gibt danach nur noch Nassschleifpapier. In meinem Fall dann 320er, 400er, 600er und zum Schluss sogar 1200er (gibt es aber nicht in jeden Baumarkt)..."

Vorrichtung für den Nass-Handschliff eines Kunstharz-Objekts mit Einbettung von Oliver Riechert. Fotos: Oliver Riechert. Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers.

Vorrichtung für den Nass-Handschliff eines Kunstharz-Objekts mit Einbettung von Oliver Riechert. Fotos: Oliver Riechert. Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers.

 

 

Kunstharz-Schmuck von Velina Glass. Fotos: Velina Glass. Mit freundlicher Genehmigung der Urheberin.

Kunstharz-Schmuck von Velina Glass. Fotos: Velina Glass. Mit freundlicher Genehmigung der Urheberin.

"... My finishing process has evolved through the years.  I started with a general polish using files, sandpaper and a wolf belt sander.  Now I only use hand tools.  A soft file to remove large sections of resin and the rest is done with 3M Tri-M-Ite Imperial Polishing Paper.  I found that everything else leaves scratches on the resin. 

I start sanding at 400 grit and continue to 8000 grit.  Sometimes this takes just a few hours however some pieces may take 5-6 hours of rubbing the resin.  My favorite way to sand is to lay the paper against my thigh and rub the resin piece across the sanding paper.  Because the stroke is downward I apply more force without increasing the amount of strength used and it is so much gentler on my hands. 

My Fossil collection is not finished but polished with the old-fashioned Johnsons floor wax and a soft rag.  I read that at one-time German Enamelists used oil from their nose to polish their work.  This is my preferred form of polish for most of my work although I don’t usually tell this to my customers.  Americans can be too sensitive about things like this...."

 

 

 

Alberto
und Tania

houseofmolds.com

Von Alberto und Tania von House of Molds habe ich die Erlaubnis erhalten, eines ihrer You-Tube-Videos zum Schleifen und Polieren eines Kunstharz-Ringes einzubinden.
(Wer sich gerne Anregungen fürs Schmuckgießen holen möchte, dem ist der umfangreiche You-Tube-Kanal von House of Molds absolut zu empfehlen!).

House of Molds ist ein kleines Unternehmen mit Sitz in Italien, die Silikonformen für den Schmuck- und Bastelbereich herstellen und auf Etsy anbieten.

Im Video erfolgt der Grobschliff maschinell, der Feinschliff und das Polieren von Hand. Auch hier wird nur eine Fläche bearbeitet, dank der hochglänzenden Silikonform ist der Rest des Ringes schon perfekt.

Wie man Kunstharz-Ringe schleift und poliert - Video von House of Molds, mit freundlicher Genehmigung der Urheber.

Den Effekt "Nach Schleifen" und "Nach Schleifen und Polierpaste" haben Alberto und Tania im folgenden Foto noch einem gegenübergestellt:

 

Schleifen und Polieren von Kunst- oder Gießharz

 

 

Frank Kuhlmann

https://www.resina-chromatis.de/

Instagram: resina_chromatis

Schmuck: Frank Kuhlmann. Fotos: Edna Mo

Schmuck: Frank Kuhlmann. Fotos: Edna Mo

 Frank Kuhlmann kommt originär aus der Holzbearbeitung, und hat seine Drechselbank für die Arbeit mit Kunstharz im Eigenbau umgerüstet.
 
"...Ja die Schleifscheibe ist selbstgemacht. 300mm Durchmesser Sperrholz mit Klettbelag beklebt und auf die Drechselbank geschraubt (vereinfacht erklärt). Als Schleifscheiben nehme ich 300mm Klettscheiben in verschiedenen Körnungen. Der "Schleiftisch" ist auch selbstgemacht und in das Handauflagenunterteil der Drechselbank gesteckt.(...)
 
Die Polierscheiben haben einen Durchmesser von 20cm und sind ca 5 cm breit. Ich habe die Polierscheiben auf einer Gewindestange und diese auf der Drechselbank befestigt.
Drehzahl ca 800 - 1000 / min.
 Grosse Scheiben haben den Vorteil, das sie nicht so heiss werden, wie kleine. Ne 20cm Scheibe mit 500 Umdrehungen hat den gleichen Effekt wie ne 10cm Scheibe mit 1.500 Umdrehungen.
 
Also lieber gross und langsamer laufen lassen. Bei mir sind das ca 800 Umdrehungen. Habe aber auch den Vorteil, das ich die Drehzahl von 30 - 3.000/min frei einstellen kann.(...)
 
Der Dreck hält sich eigentlich in Grenzen, aber ein Staubsauger hinter der Polierscheibe zur
Absaugung wäre schon nicht die schlechteste Idee.(...)
 
Zum Polieren nehme ich Baumwollscheibe A - Hochglanzscheibe A -  sowie Gold/Gelb feinste Hochglanzpaste (die macht aus Glanz BlingBling).
 
 
Vorrichtung an der Drechselbank zum Schleifen und Polieren von Kunstharz von Frank Kuhlmann. Fotos: Frank Kuhlmann. Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers.

Vorrichtung an der Drechselbank zum Schleifen und Polieren von Kunstharz von Frank Kuhlmann. Fotos: Frank Kuhlmann. Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers.

 

 

Herzlichen Dank, wenn Du bis hierhin durchgehalten hast.

Gerne nehme ich auch Bilder und Zitate von weiteren Harzkolleginnen und -Kollegen auf, denn nichts ist so hilfreich wie ein Austausch unter Gleichgesinnten.

Alleine durch die Recherche zu diesem Beitrag bin ich an vielen Punkten der handwerklichen Unkenntnis ein dickes Stück weitergekommen. Mehr dazu folgt !!!!!

Lass das Harz fließen und die Scheiben rotieren - ich wünsche Dir viel Erfolg für Dein persönliches Harz-Projekt.

Geschliffene Grüße sendet Dir

Edna Mo

PS:

Du hast Interesse an der handwerklichen Abwicklung von Gieß- oder Kunstharz, beispielsweise zum Silikon-Formenbau, Gießtechniken ohne Nachbearbeitung oder Mustertechniken?

Dann stöbere sich mal in meiner Blog-Rubrik Gießharz-Technik.

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Anne 10/26/2019 19:07

Hallo Edna, sehr hilfreich dein Text, danke. Vlt hab ichs überlesen .... was für eine Polierpaste nehme ich denn?Grün nicht , das habe ich mir gemerkt und in Verbindung mit Holz sicherlich nicht soo gut.
LG Anne

Edna Mo 10/28/2019 14:30

Huhu Anne,
die grüne Polierpaste tut es ja, bis auf den nachteil, dass man sie schlecht aus kleinen Luftblasen heruasbekommt. Da ich ja dank prachtvoller Bevorratung noch immer grünpastig poliere, habe ich mit warmen Spüliwasser und einer weichen zahnbürste aber auch schon gute Erfolge erzeilt, was das nachträgliche "entgrünen" angeht.
Ohne dass ich dazu groß recherchiert habe: über den Onlineshop House of Molds wird eine transparente Polierpaste vertrieben, die ich aber leider noch nicht ausprobieren konnte:
https://www.etsy.com/de/listing/157453833/magische-poliermittel-fur-harz-65-gr?ref=shop_home_active_3&crt=1
Vielleicht wäre das ja was?
Herzlich grüßt
Edna Mo

Alpay 08/12/2019 08:20

Interessanter und hilfreicher Beitrag, vielen Dank hierfür. Dennoch muss ich etwas klar stellen, was mir aufgefallen ist. Unter "KUNSTHARZ SCHLEIFEN -
TROCKENSCHLIFF MIT MASCHINE" wird in Problem 3 erwähnt, dass es für die genannten Maschinen kein feinkörniges Schleifpapier verfügbar ist. Das ist so nicht richtig, zumindest was den Exzenterschleifer betrifft, der Schleifscheiben per Klett verarbeitet. Ich habe gerade erst wieder ein Set Schleifscheiben mit den Körnungen P800; P1000; P1200; P1500 und P2000 bei Amazon gekauft. Da ich nicht weiß, ob ich den Link hier posten darf, nenne ich nur Amazon als Order-Plattform. Lieben Gruß an alle :)

Edna Mo 08/12/2019 09:12

Hallo Alpay, danke für den Tipp! Da ich nicht mit so einem Gerät arbeite, kenne ich mich nicht perfekt mit dem Zubehör aus. Also meci beaucoup! Wer das Schleifpapier über Amazon bestellen möchte, findet den richtigen Link sicher auch mit gesundem Menschenverstand.
Beste Grüße Edne Mo!

Sebastian 03/08/2019 21:51

Guten Abend!

Insgesamt ein sehr guter Artikel. Finde ich wirklich gut :)
Allerding muss ich eine Sache loswerden (Das lässt mir keine Ruhe)
Beim Schleifen mit schnell rotierenden Maschinen wurde geschrieben:
Bitte Handschuhe anziehen!

Leute bitte tut Das nicht.
Bei Arbeiten mit einem Dremel oder etwas Ähnlichem würde ich nichts weiter sagen, aber sobald ihr etwas Größeres benutzt (z.B. einen Excenterschleifer, Bohrmaschine...) lasst die Handschuhe weg.
Solltet ihr mal mit dem Finger hineingeraten ist im schlimmsten Fall ein Stück ab oder ihr habt eine Schnittverletzung. Habt ihr aber Handschuhe an, kann Dieser aufgerollt werden und ihr reisst euch vllt den gesamten Finger ab!
Das war das Erste was mir als Metaller damals beigebracht wurde und leider ist es einigen in meiner Firma so ergangen :(

Also wie gesagt...
Insgesamt ein super Artikel aber bitte beherzigt das von mir Geschriebene ;)

Edna Mo 03/12/2019 09:54

Hallo Sebastian,

vielen Dank für deine aufmerksame Mitarbeit. Ich habe die entsprechenden Stellen inhaltlich überprüft. Wobei ich betone, dass im Blog keine generellen Aussagen zur Arbeit an Maschinen zur Metallbearbeitung gemacht, sondern aus meinem persönlichen Tätigkeitsgebiet berichtet wird.
Ich denke, dass die Zusammenhänge eindeutig dargestellt sind.
Herzlich grüßt Dich
Edna Mo

Natascha 03/06/2019 07:46

Hallo Edna, ich danke dir vielmals für deine super Erklärung! Ich werde mich demnächst an das Gießen von Epoxidharz in Verbindung mit Holz wagen. Vor dem krebserregenden Schleifstaub habe ich ziemlichen Respekt und möchte mich deshalb gerne an der Nassschleiftechnik versuchen. Nun stellt sich mir hier jedoch die Frage ob das Holz sich dabei nicht mit Wasser vollsaugt wenn es 1.5h über feuchtes Schleifpapier gezogen wird. Reicht es das gute Stück danach einfach für einige Zeit wieder trocknen zu lassen?
Wie sollte ich das Holz danach behandeln? Habe gelesen, dass manche noch ein Epoxidspray auftragen, andere einen Klarlack auf das Holz pinseln.
Ist das deiner Meinung nach nötig?
Vielen Dank nochmal und liebe Grüße,
Natascha!

Edna Mo 03/06/2019 08:22

Hallo Natascha,
leider verarbeite ich Harz äußerst selten in Kombination mit Holz, daher kann ich Dir nur bedingt antworten.
Auch weiß ich nicht genau, was Du vorhast, also bleibt meine Info eher auf Schmuck gemünzt.

Ein, zwei Stücke Harz und Holz habe ich realisiert. Da war das Wasser eigentlich kein Problem.
Je feiner die Körnung, desto weniger nass wird der Prozess. Wenn man sich selbst etwas diszipliniert und mit wenig Wasser arbeitet, sollte das gehen.

Ich wusste gar nicht, dass der Holzteil in einem Kunstharz-Kombi-Objekt nachträglich behandelt werden muss.
Ich wüßte jetzt auch nicht, wie man den Holzteil mit Lack einstreicht ohne das (mühevoll schön geschliffene) Harz wieder einzuferkeln. Das klingt eher nach der Methode"ich schleife nur grob und pinsel hinterher alles mit Lack ein, damit die Oberfläche glänzt". Davon würde ich eigentlich abraten, denn Lack vergilbt in einem affenartigem Tempo zu einem traumschönen pinkelgelb.
Evtl. kann man den Holzteil nachträglich ölen, um ihn gegen Feuchtigkeit zu schützen.

Mein Tipp: einen Schritt nach dem anderen. Fang doch erst mal damit an, wie es sich für dich richtig anfühlt.
Und die Nachbearbeitung nimm in Angriff, wenn es ohne nicht gehen sollte.
Viel Erfolg für dein Projekt!

Herzlich grüßt Dich Edna Mo

Tabea 02/26/2019 08:08

Ich habe untersetzer aus harz machen wollen. Allersings sieht man nach dem ölen und polieren trotzdem die schleif spuren. Was kann ich dagegen machen?

Edna Mo 02/27/2019 06:49

Hallo Tabea,
das klingt jetzt komisch, weil ich das ohne Foto und genaue Beschreibung, wie Du geschliffen hast, natürlich überhaupt nicht beurteilen kann. Aber vielleicht hast Du möglicherweise nicht gründlich genug mit feineren Körnungen gearbeitet. Warum ölst Du die Oberfläche? Das kenne ich nur von Holz, bei Kunstharz habe ich das noch nie gehört.
Viele Grüße sendet Dir Edna Mo

Ralf Uicker 02/20/2019 00:24

Vielen Dank. Genau das waren meine Fragen. Und für mich kann der Text gar nicht lang genug sein. Ist wie mit ne Kirschdrops.....

Edna Mo 02/20/2019 06:51

Gern geschehen! Gute Grüße sendet Edna Mo

Michael 02/11/2019 00:12

Hallo und vielen Dank für den informativen Beitrag...ich fange gerade erst damit an mich mit Kunstharz "auseinanderzusetzen" ( zugegebenermaßen / je mehr ich mich damit beschäftige umso interessanter wird es:-)) und hab hier auf Ihren Seiten schon viele gute Infos gefunden...da ich selbst sehr viel mit Holz arbeite noch ein Tipp für den Dremel...ich stell mir selbst kleine Schleifrollen in verschiedenen Körnungen her, damit lassen sich hervorragend kleinere Details glätten...dazu einfach ein Stück Schleifband zuschneiden und die Rückseite mit doppelseitigem Klebeband versehen...dieses dann auf einen beliebigen Dremel Schleifstift aufrollen...(am besten entgegen der Drehrichtung des Dremels aufwickeln)...anschließend am unteren Ende die Schleifrolle nochmal rundherum mit einem dünnen Streifen Kreppband (ca. 1cm) umwickeln...fertig....je nach Dicke der Schleifrolle kann man das abgenutzte Band etwas abrollen, abreißen und unten wieder mit Kreppband umkleben...dann kann`s gleich weiter gehen...
Viele Grüße
Michael

Edna Mo 02/11/2019 10:57

Hi Michael,
danke für den Tipp. Ich habe mit dem Dremel schon alles mögliche ausprobiert, aber am Ende dreht er einfach teuflisch schnell und alle Konstruktionen fliegen mit um die Ohren. Ich bin jetzt bei einem langsam
drehenden Schleifgerät aus der Fußpflege gelandet und damit sehr zurfrieden. Dir weiterhin viel Erfolg mit dem Material Kunstharz, bin schon gepsannt, was Du daraus machst. Deine Webseite und deine Arbeiten sind echt klasse!
Viele Grüße sendet Dir Edna Mo

Florian 07/16/2018 06:31

Hallo liebe KünstlerInnen,
Erstmal danke für all diese Infos und Gratulation zu all diesen schönen Dingen ...
Ich weiß nun also wie ich meine Figuren gut poliere aber ich habe noch eine Frage: Wenn ich eine Silikonform habe und in die eine Hälfte ein Holzelement schiebe und die andere Seite mit Resin auffüllen möchte ; gibt es ein Kontaktspray, dass es verhindert dass das Resin sich doch hinter das Holz und Silikonform schiebt wo ich es eigentlich nicht haben möchte... Bisher musste ich es immer mühsam wegschleifen und alles polieren ..
Ich wäre für einen Tip dankbar! Dankeschön !!

Edna Mo 07/16/2018 08:52

Hallo Florian,
Harz ist halt flüssig und sucht sich seinen Weg in die kleinste Ritze. Nein, so ein phänomenales Wunderding wie Du es beschreibst gibt es meiner Meinung nach nicht. Man kann höchstens basteltechnisch improvisieren, beispielsweise könnte das Holz mit Klebeband versiegelt werden, wenn es eine glatte Oberfläche aufweist. Oder mit Kitt oder Knet ummantelt werden. Ob das Abknibbeln einfacher als Schleifen ist - musst Du selbst herausfinden.
Mit der Zeit wird das Schleifen übrigens einfacher!
Weiterhin gutes Gelingen mit deinen Harzprojekten!
Sonnige Grüße sendet Dir Edna Mo

Dan 03/13/2018 10:59

Hallo
Ich bin hier eigentlich Querleser, weil ich eine Möglichkeit zum Polieren von gegossenen Fensterscheiben an einem Modellboot gesucht habe. Da die Harze ähnlich sind werde ich es mal mit einigem Probieren.
Wo sich mir beim Durchlesen jedoch alle Haare aufgestellt haben, ist die Empfehlung von Handschuhen an rotierenden Maschinen. Und hier habe ich aus gutem Grund noch vor der ersten Maschine im Praktikum gesagt bekommen: "Handschuhe haben an rotierenden Maschinen NICHTS verloren." Es mag verlockend sein seine Finger zu schonen, aber wenn der Handschuh sich irgendwie verhakt, wäre der angeschliffene Nagel oder die haeiße Kuppe willkommen gewesen. In meiner Praktikumsteit fiel einer aus,weils den Arm in die Drehbank gezogen hat. Und er kam mit einem Schnitt am Ellbogen noch gut weg. Und wer meint: eine Bohrmaschine oder Schleifteller sind doch viel kleiner, soll mal versuchen sie von Hand zu stoppen.(bitte nicht)

Also an sich schön beschrieben, aber Handschuhe sind nichtzu empfehlen.

Edna Mo 03/14/2018 12:29

Hallo Dan,
vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so einen ausführlichen Hinweis hier zu hinterlassen.
Du hast Recht - Sicherheit geht vor, vor allem bei rotierenden Maschinen.

Allerdings bin ich nicht die Kunstharzpolizei. Ich berichte nur aus meiner Perspektive und habe keinen Anspruch, dass irgendjemand mir eins zu eins nacheifert. Dass beim Thema Kunstharz jeder seinen eigenen Weg finden muss, ist aber etwas, was ich verstanden habe und auch so in meinen Texten kommuniziere.

Ich arbeite schon lange mit rotierenden Maschinen, ich habe es mit und ohne Handschuhe probiert, und beim Trockenschleifen und Trockenfräsen und Polieren komme ich mit Handschuhen einfach besser zurecht.
Meine Werkstücke sind sehr glatt und oft klein, so dass ich sie mit eingestaubten Fingern nicht gut festhalten kann, aber mit enganliegenden Gummihandschuhen klappt das sehr gut.

Ein Dremel ist auch nicht unbedingt mit einer Drehbank zu vergleichen. Ab und zu wird der Handschuhfinger um den Schleifkopf gewickelt, aber dann blockiert der Dremel sofort. Grundsätzlich ist mir der Dremel mit 5.000 Umdrehungen sowieso zu schnell und daher zu unpräzise bei meinen Werkstücken. Daher arbeite ich seit neustem mit einem Nagelfräser bei 2.000 Umdrehungen und da wird das Arbeiten zunehmend ungefährlicher. Hier der ausführliche Bericht dazu:
http://www.ednamo.com/2018/02/giessharz-schleifen-mit-dem-nagelfraser.html

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei deinem Projekt "Scheiben am Modellboot"!
Viele Grüße sendet Dir Edna Mo

Psy 02/16/2018 08:41

Hallo, echt toller Beitrag, vielen Dank!
Meine Werkstücke haben in den feinen Luftblässchen auch Rückstände von weisser Polierpaste und ich kriege sie nicht weg (die Rückstände). Keiner konnte mir bis jetzt helfen, wie krieg ich das Zeug, das ja angeblich wasserlöslich sein soll, wieder weg? Es ist richtig frustrierend ;_;

Edna Mo 02/16/2018 11:58

Hi Psy,
besten Dank fürs Kompliment!
Das Problem ist nicht die Wasserlöslichkeit, sondern dass die Löcher so klein sind und die Rückstände fest anpappen.
Wässern, bürsten des Gießlings und auf saugfähige Untergründe stellen hat nichts genutzt.
Letzte Rettung: Ich prokel die Rückstände soweit es passt mit einer feinen Nadel händisch raus.

Oder mit der Bohrmaschine polieren, da dort ein rückstandsfreies Wachs und keine Paste verwendet wird.
Ob man das Wachs auch fürs Handpolieren nutzen kann, habe ich noch nicht ausprobiert.
Ich wüßte jetzt spontan nicht, wie man aus diesem krachharten Wachs Block etwas von Hand abgerubbelt bekommt.
Ratlose Grüße
Edna Mo

Ute 11/08/2017 20:06

Danke, danke, danke für diesen ausführlichen, hilfreichen und superinteressanten Beitrag! Mir sind einige Lichter aufgegangen und ich werde mich sofort ans Ausprobieren machen! Ganz liebe Grüße!

Edna Mo 11/09/2017 07:44

Gern geschehen! Herzlich grüßt Dich Edna Mo

Sunny 11/08/2017 14:38

Ja, der blanke Wahnsinn, was Du hier so ganz uneigennützig zusammen getragen hast. Das solltest Du eigentlich als EBook heraus bringen. So viele tolle Informationen.
Ich denke es ist wie immer im Leben. Technik ist wichtig aber noch lange nicht alles. Gefühl und Erfahrung verhelfen zu einem guten Ergebnis.
Ich habe unlängst versucht ein Messer (nass) mit Schleifstein zu schärfen. Meine Herren, ich glaube, bis ich das so drauf hab, wie meine Oma, da muss ich noch viel Erfahrung sammeln.
LG Sunny

Edna Mo 11/08/2017 15:13

Huhu Sunny, danke fürs Lob und Deinen kleinen Erfahrunsgebricht. Da hast Du Recht, Feeling ist das eine und Maschinenpower das andere. Durch solch einen Artikel beschäftigt man sich mit Dingen, die man schon längst abgehakt hatte. Im Freihand-Dremeln bin ich richtig gut geworden. Alles nur wegen dem Artikel!
Also, das wird schon mit dem Messerschleifen bei Dir, da bin ich mir sicher.
Herzlich grüßt Edna Mo